TRIEST: Barcolana 46 | segeln, regattieren & feiern

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Aufbau des Extreme 40 "Red Bull" am Hafen von Triest

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Ahoi, es ist Herbst und es ist Oktober. Da wird es heiß. Heiß in Triest bei dem meistbesuchten Segel-Event im Mittelmeer. Heiß für Zuschauer und Segler, denn die Barcolana ist ein Segel-Event für erfolgreiche Sportler UND Otto Normalmaier und Lieschen Müller.

BARCOLANA in Triest:

           Segeln, regattieren & feiern.

Triest im Ausnahmezustand sozusagen. Seit 1969 findet die Barcolana, die Segelregatta im Golf von Triest jeden 2. Sonntag im Oktober statt. Die Grenzstadt Triest – das Tor zu Österreich, Slowenien und Kroatien wird zur “Stadt der Barcolana”. Neben der eigentlichen Groß-Regatta finden noch weitere Segel-Wettbewerbe  im Golf von Triest und vor allem im Hafenbecken von Triest statt. Und dies ist auch schon das Besondere:

Segeln fast zum Anfassen, Spaß & Unterhaltung, Regattafieber für Aktive & Zaungäste

Die heiße Phase des Ausnahmezustandes beginnt wohl am Mittwoch nachmittag. Geschäftiges Treiben beim Aufbau der Zelte von Werbepartnern, Geschäftigen und Institutionen. Chaotische Verkehrssituation rund um den Hafen und die Carabinieri und Polizia völlig relaxed. Dazwischen Autokrane, aufbauende Segler, ankommende Schiffe, die ersten Show-Segler und Zuschauer …

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Extreme 40 „Oman Air“ fliegend über dem Pallazzo
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Racer und Oldtimer – beim Show-Segeln in Triest
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Polizia relaxed im Tohuwabohu

 

Der erste Höhepunkt des Barcolana-Segel-Events:

Land Rover Extreme @Barcolana

Zum ersten Mal ist die von Land Rover gesponserte Regatta-Serie der Extreme 40-Klasse in Triest. Das Werbe-Aufgebot ist enorm, von Jeep-Trial-Parcour über Häppchen-Zelt und Mitsegelgelegenheit auf den Zweirumpfern …. was kostet die Welt? Leider war der Wind nur mäßig, aber bei ein paar vereinzelten Böen kam doch schnell Dynamic auf. Vorallem, wenn die Teile direkt aufs Publikum zurasen.  Gewonnen hat der Katamaran aus Oman, das lag bestimmt an dem Freiwilligen Aktiven, der ununterbrochen auf dem Gennakerbaum saß.

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Extreme 40 im Hafenbecken von Triest
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Extrem 40 „Oman Air“ auf dem Weg ins Hafenbecken
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Der omanische Mittelmann – unerschrocken und permanent!
Die Österreicher verleihen Flügel ...
Die Österreicher verleihen Flügel …

 10er Päckchen im Hafen von Triest

Spannend ist das Gewumsel auf dem Wasser. Es kommen während den Regatten laufend Teilnehmerboote an. Das Hafenbecken füllt sich mit Segelyachten jeglicher Größe. Päckchenliegen ist angesagt. Nur die ganz Großen und die, die sponsern bekommen einen Einzelplatz. Der Rest packt sich dicht an dicht …

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Ankommende Segler während dem Start der Extreme 40s
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Die paneuropäische Siegeryacht „Esimit Europa 2“  (kurz: Gazprom) mit Jochen Schümann läuft ein
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Im Hafen als 10er-Päckchen mitten drin im Geschehen

Ein Highlight der Barcolana 2014:

Die Barcolana by Night –
natürlich im Triester Hafenbecken

Am Abend vor dem großen Rennen gibt es noch ein Segel-Zuckerl für Freunde des Sonnenuntergangs, der hektischen Manöver und der Farbenpracht. Drei Regatten mit italienischen Einheitsklassen.  Der Start ist knapp außerhalb, die Wendeboje fast bei den Ständen mit italienischem Leckereien.  Größer werdende Boot-Päckchen verkleinern den Segelspielraum der segelnden Athleten Wettkämpfer.

1. Die kleine Meteor in der Dämmerung

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Einheitsklasse Meteor: Dicht gedrängt an der ersten Tonne
Meteor und Prosecco
Regattierende Meteor mit der einlaufenden MAXI-Yacht „Prosecco“

2. Die Este 24 –
das kleine Boot der Postboten

Ein gesponsertes Race einer Deutschen Paketfirma. Ein Anblick zum Niederknieen. Leider wurde der Wind noch schwächer, trotzdem waren die Rufe und Schreie der –Postboot Segler an der Innentonne nicht zu überhören. Die Klasse der Este 24 scheint homogen stark zu sein, denn alle waren gleichzeitig im Hafenbecken.

Este 24 bei der Barcolana
Start unter Spinacker: Die Este 24 Truppe auf dem Weg ins Hafenbecken von Triest
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Super Abendstimmung und krasse Farben
Enge Tonnenmanöver
Jetzt wird es eng bei den Esten 24

 

3. Die UFO´s  kommen bei Nacht

Bei der letzte Startergruppe (UFO 28) ist es schon dunkel. Dank viel Elektrizität wird den Zuschauern – die nun gerne auch schon ein Glas Wein zu sich nehmen – doch nochmals ein Kampf um die Trophae geboten.

Ufo 28 in der NAcht
Ufo 28 im Regattamodus vor der nächtlichen Kulisse in Triest

 

Triest im Barcolana-Ausnahme Modus

Wer nen kalten Hintern hat stürzt sich nun in das abendliche Stadtleben. Triest im Ausnahmezustand. Autoverkehr findet nur mehr bedingt statt. Busse fahren auch bei Rot. Fußgänger haben die Straßen übernommen. Carabinieri haben resigniert aufgegeben. Die Tische sind voll und die Stimmung gelöst. Auf der großen Bühne spielt Livemusik, in den Kneippen jazzt und folklort es, die Museen bieten Kunst & Musik und auch die Straßenmusiker sind voll im Einsatz:

                                                Barcolana in Musica

 

Barcolana-Night-2
Urige Kneipen mit Live-Musik
Barcolana-Night
Hell erleuchtet und quirrlig – die Hafenstadt Triest

 

Am Sonntag startet dann endlich das große Rennen. Groß nicht wegen der Regattastrecke, Groß auch nicht wegen der extremen seglerischen Herausforderung, sondern G R O S S  an Teilnehmern.

1878 gemeldete Boote bei der Barcolana 46

 

Barcolana 46: Der Start
Start der 46. Barcolana im Golf von Triest

 

Leider läßt sich diese Unmenge an mehr oder minderen Segelyachten nicht auf ein Bild packen. Alles zu klein als Foto. Das Auge ist doch so viel besser als meine Kamera. Ich versuchs mal noch mit ein paar Schnappschüßen:

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Die 46. Barcolana ist gestartet. Der Sieger am gelben Stern zu erkennen.
Zuschauer der Barcolana
Zuschauer an der langen Startlinie und in der Luft

 

Der Wind pendelte sich in der heißen Startphase auf Null ein.  Das Wolkenbild hat sich verdichtet. Wer zu spät kam, hat nichts versäumt, denn nach einer halben Stunde war das Bild nahezu gleich: Viele Boote an der Startlinie. Die Hubschrauber verbreiteten etwas Hektik, ansonsten alles ruhig. Daß manch ein  zu spät kommender Segelbootfahrer unter Motor zur Startlinie rauschte und dann mit dem verbleibenden Schwung das Startfeld von hinten aufrollte, um so eine begehrte vordere freie Position zu ergattern, will nur am Rand erwähnt werden. Aber da Open Class gesegelt wird, sind die Bedingungen eh nur bedingt gleich.  Es geht ja nicht ums gewinnen *smile*

Auch nach einer Stunde hat sich das Bild nur geringfügig verändert:

NAch einer Stunde Start
Nach einer Stunde…

 

Allerdings kann man schon erkennen, daß der 100Fuß lange Racer Gazprom „Esimit Europa 2“ mit seinem 48m Mast wohl schon etwas mehr als 100m zurückgelegt hat – was bei Null Wind und gegenlaufende Strömung doch immens ist. Einige Segler haben die Segelrichtung geändert und sind auf dem Weg nach Hause. Auf vielen anderen Yachten ist der Cockpittisch zum Sonntagsfrühstück gedeckt, und der reichhaltige Freßkorb der Sponsoren wird an Ort und Stelle vernichtet, manche gehen Baden um den Adrenalin-Schub des Startes zu neutralisieren. Die Anspannung des Massenstartes wandelt sich in positives, lockeres Sonntags-Wohlfühl-Gefühl.

Die Wettfahrtleitung hat wegen dem staden Herbstwetter gleich den 15 sm Kurs auf knappe 2 sm verkürzt, was zumindest für die 922 Boote, die auf Kurs blieben, dann auch zu bewältigen war.

 

Die Stimmung auf der 46. Barcolana war hervorragend!

 

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Wenn schon kein Wind, dann eben Musik ….
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Mal schnell mit dem Stand-Up-Paddler über die Startlinie
Mal schnell bei der Barcolana vorbeisausen ...
Mal schnell bei der Barcolana vorbeisausen …

 

 Warum?

Ich stell mal frech die kritische Frage, warum bei der Barcolana steigende Teilnehmerzahlen zu vermelden sind, wo es doch sonst bei den Regatten eher zurück geht?

Theoretisch mögliche Antworten: Weil ….

  • Segler, Zuschauer und Sponsoren etwas geboten wird?
  • die Masse der Segler nicht nur die Kulisse für die paar Racer und die Sponsoren bilden, sondern auch was erhalten? (Dieses Jahr z. B. Sponsorenpakete mit Polo-Shirts, Slam Tasche, Prosecco, Marmeladen, Pasta und Minzbonbons, diversen Werbekrams und eine Espressomaschiene für die ersten! 1800 Meldungen.)
  • einige Segel-Events zum Greifen nah ausgetragen werden?
  • auch ein Kultur und Musik Rahmenprogramm organisiert wird?
  • das Siegen für die Masse gar nicht so wichtig ist?
  • kein Hype um die Handvoll „tollen“ Boote gemacht wird?
  • Organisiatoren, Sportvereine, die Stadt, die Region und die Sicherheitsbehörden an einem Strang ziehen, und auch mal Fünfe gerade sein lassen?

Was auch der Grund sein mag, hier bei der BArcolana dabei zu sein ist ein gesellschaftliches Muß. Regattiert wird ernsthaft, aber nicht verbissen.

 Mehr Triest und mehr Barcolana …

 

Und wer noch mehr über Triest während der Barcolana sehen will ….  >>> bei Smutje Rosa

Offizielle Bilder findet Ihr unter Barcolana.it. Da gibt es auch Aufnahmen aus dem Hubschrauber, um diese unglaubliche Anzahl an Booten zu erfassen ….

 

Fürs Logbuch:

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Die Barcolana ist der Hit …  …  und entspannt regattieren kann man von den Italienern lernen … … und wie man steigende Teilnehmerzahlen bei Regatten hinbekommt, auch!

Weitere Berichte gibt es bei Segelreporter und auf der offiziellen Seite der Barcolana. Die Seite der paneuropäische Maxi-Yacht, die die Barcolana gewonnen hat, findet Ihr hier >>>

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