Karlshamn – historische Hafenstadt mit Fett

Karlshamn Industrie am HafenNein, wir wollten hier nicht her. Aber was kommt, das kommt, und so kamen wir halt in diese Hafenstadt. Erfolgreich die Vergangenheit. Internationaler Handelshafen, Kaufleute aus aller Herren Länder. Fast eine Hanse Stadt. Geschäftig, aber nicht so reich.

Karlshamn – historische Hafenstadt

Die Industrie-Silouette schreckt erstmal ab, aber beim näherkommen sieht man, daß die stetig gewachsene Industrie noch herrlich alte, aufwendige Industriegebäude besitzt. Erfolgreiche Unternehmen damals …

Karlshamn Industrie in der NAcht
Eine großartige Athmosphäre in der Nacht …

 

Dass die Stadt immer noch mit dem Handelshafen lebt, sieht man am besten an den Bars und denTableDance Schuppen. Viele Geschäfte, quirrlig und Bodenständig. Nette Heimat- und Schifffahrtsmuseen und eine blühende Kulturlandschaft mit Theater, Kunst und Musik. Dazu alte Kaufmannshäuser, Speicher und Kopfsteinpflaster. Ein wunderbares Eis-Schiff und eine Festungsinsel …

 

Ältestes Gebäude der Stadt: das Speicherhaus von Karlshamn
Ältestes Gebäude der Stadt: das Speicherhaus von Karlshamn
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Das Denkmal für die Hunderdtausende von schwedischen Auswanderern
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Die wahren Eiskönige sind aus Schweden und nicht aus Italien: Eis-Schiff
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Alte Kaufmannshäuser in Karlshamn …

Carl Gustafs Kirche in Karlshamn

Schräg  die Geschichte mit der Geometrie und dem Glockenturm. Erstmal bildet die Kirche kein Kreuz. Der linke Flügel ist länger als der recht. (Hach, da fällt mir der einzige Witz ein, den ich mir merken konnte: „Was ist der Unterschied zwischen einer Taube? – „Beide Flügel sind gleich lang, besonders der Rechte.“) Bei Karls Gustafs Kirche ist das jedenfalls nicht so! Da ist der rechte wesentlich länger als der Linke, und reicht auch noch in die Straße rein… So entsteht durch die fehlende Geometrie die einzige schräge Straße in Karlshamn.

Dafür hat der Baumeister mit dem Glockenturm perfekte Arbeit geliefert. Zwei große Glocken sollen läuten. Was sie dann auch taten, vorallem als der Turm dadurch in Schwingung geriet, läuteten die Glocken ganz himmlisch taktlos. Das Ende vom Lied war, daß ein ordentliches Totengeläut immens teuer wurde, weil ja immer noch die eventuellen Kosten für den einstürzenden Glockenturm mitbezahlt werden mußten. Also gabs nur noch ein herzhaftes Bim-Bam-Bim beim Weg unter die Blümchen.

Insgesamt besitzt die Carl-Gustaf-Kirche wohl sehr wenig Geld, was man an der armen Kirchenmaus im Dreimaster sehen kann. Da retten auch die üppigen Kronleuchter von holländischen, deutschen und polnischen Kaufleuten nichts mehr.

 

Schiff ahoi ... arme Kirchenmaus im Kirchenschiff Karlshamn
Ahoi … arme Kirchenmaus im Kirchenschiff Karlshamn
Üppige Leuchter von wohlhabenden Kaufleuten in Karlshamn
Üppige Leuchter von wohlhabenden Kaufleuten in Karlshamn

 Kaffee auf dem Friedhof

Sehr sympathisch ist das Sommercafe im Friedhof. Man traut ja seinen Augen nicht, wenn neben alten, schaurig schönen Grabsteinen ein Gartencafe aufgebaut ist. „Leicht morbid“, denkt der Laie und kauft trotzdem Kaffee und Kuchen für 2 Euro.

Gartencafe neben den Grabsteinen in Karlshamn
Gartencafe neben den Grabsteinen in Karlshamn

 

 Schifffahrtsmuseum in Karlshamn

Allte Seeleute und alte Seefahrtskultur
Allte Seeleute und alte Seefahrtskultur
Emaille in der Pantry ..
Emaille in der Pantry ..

Wir haben schon einige gesehen, aber wie liebevoll das Schifffahrtsmuseum in KArlshamn hergerichtet und präsentiert wird, da steckt in KArlshamn viel Herzblut drin. Klasse auch: es kostet keinen Eintritt. Jeder gibt soviel, wie es einem wert war. Und die Aktiven Wächter über die Seefahrtskultur waren alle selber ifrüher mitten im Geschehen drin. Auf deutsch, englisch und italienisch erzählen die alten Recken die eine oder andere haarsträubende Abenteuerfahrt.

 

Eiskalt im HAfen von KArlshamn .... Schifffahrtsmuseum
Eiskalt im HAfen von KArlshamn …. Schifffahrtsmuseum
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Schifffahrtsmuseum: Schön luftig um die Beine …
Immer Arbeit am alten HAndelshafen Karlshamn
Immer Arbeit am alten HAndelshafen Karlshamn
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Fischer und Handelsschiffe mit viel Tuch

Pier der Großsegler

Am Kai an der Ostseite des Handelshafens legen die Großsegler an. „Tre Cronor“ und „Safari zu Harburg“. So ist man unter sich ;-)). Nur daß sich für uns niemand die Mühe machte, Strom zu verlegen … ;-(

Großsegler hintereinander .... ;-)
Großsegler hintereinander …. ;-)
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… auch viel Strick und Seil

Karlshamn – historische Hafenstadt mit Fett

An sich ein wunderbares Städtchen, dieses Karlshamn …

… ja wenn nicht die goße Fabrik am Handelshafen so gnadenlos stinken würde. Der Geruch nach Melasse oder Kompost ist grenzwertig. Die Fabrik produziert Speiseöl. Im Wasser ein ständig schimmernder Ölfilm. Nach fünf Tagen im Stadthafen umgibt ein ordentlicher Fettbatz unseren Wasserpaß. Alle Fender sind unten mit dem Fettdreck voll. Das Deckshaus und die Scheiben … überall leicht schmierig.

.. fettig und riechend ...
.. fettig und riechend …

 

Info für Karlshamn:

Wer die Stadt mit seinem Hafenflair und seiner Kultur besuchen möchte, der liegt mit dem Boot am Besten vor dem Stadthafen backbord (von See kommend). Ein großer Yachthafen, der in keinem Buch erwähnt wird ;-), oder im etwas kleineren Lotsenhafen steuerbords. Mit dem Wohnmobil steht man gut außerhalb der Stadt auf der linken Seite (von Land kommend)

 

... im Lotsenhafen, von See kommend rechts
… im Lotsenhafen, von See kommend rechts

Fürs Logbuch:

Karlshamn ist ein Besuch wert; der Fettentferner darf aber nicht fehlen!

Ahoi, Ulli & Michl

 

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